Frank Czaplinski, geboren 1960 in
Gelsenkirchen, 1981-1985 Studium der Philosophie und
Kunstgeschichte, seit 1995 an der Akademie bei Prof. Graubner,
1991 Meisterschüler.
Auch wenn in der Ausstellung lediglich eine kleine Auswahl gezeigt werden
kann, läßt sich an den Arbeiten Frank Czaplinskis eine Entwicklung
beobachten. Eine thematische und formale Entwicklung der Ziele und Aussagen seiner Kunst.
Die Werke beziehen den Betrachter auf ganz direkte Weise ein: Die eigene
sinnliche Wahrnehmung soll den Dingen auf die Spur kommen. Farbe und Materie sind dabei
wesentliche Ausdrucksträger:
Gedämpfte Farbtöne, sichtbar
rauhe Farbflächen und keinerlei Abbildlichkeit.
Organisch anmutende Formen tauchen
in den meisten Bildern auf. Sie künden von Vulkanismus und
Urgestein, von den Elementen unseres Ursprungs, von Erde, Wasser
und Feuer - ohne daß deswegen Flammen, ein Felsen oder ein Fluß
gezeigt werden müßte. Die Malerei selbst hat das Wort
ergriffen.
Das in der abendländischen Kunst
als kanonisch anerkannte "komponierte Tafelbild" wird -
folgt man der Chronologie der ausgestellten Werke von 1989 bis
heute ... - immer radikaler in Frage gestellt.
Die frühesten Arbeiten dieser
Ausstellung greifen vorwiegend ihren - gemalten - Rahmen an;
dieser wird angeschnitten, überlagert, die Farben breitet sich
aus, ohne ihre Begrenzung anzuerkennen. Die Herrschaft des
Rahmens ist erstmals gebrochen ...
Der sozusagen nächste Schritt -
wobei es sich damit nicht notwendig um eine stringente Verfolgung
des einen Ziels handeln muß - ist das nun reale Verlassen der
flachen Tafel.
Das Windschiefe Gemälde "Kult"
benutzt Äste als
Keilrahmen, die sich nach vorne hin durch die Leinwand drücken.
Dadurch bekommen das Bild objekthafte Züge. Die bemalte Fläche
antwortet ihrerseits auf dieses Spiel mit den verschiedenen
Tiefenebenen.
Vorläufig letzte
Konsequenz dieses "Angriffs" sind die hängenden oder
liegenden Fresko-Objekte.
In ihnen wird zwar auf
die alte Fresko-Technik zurückgegriffen, zugleich aber wird das
herkömmliche Bildverständnis negiert.
Nicht als Bildhauerarbeiten, sondern als
"Malerei im Raum" müssen die Objekte gelten.
Das Bild ist das Ding. Das Ding ist das Bild.
Katja Behrens M.A.; Kunsthistorikerin
anläßlich der Ausstellung "Junge Künstler" 10. Januar 1992
Städtische Galerie Kaarst.