Daß repräsentative Büroräumlichkeiten gern mit großformatiger,
wertvoller Kunst an den Wänden gefallen, ist nicht allein einem
gewissen Imponiergehabe zuzuschreiben. Viele Manager entdecken die
Welt der Kunst als Raum zur Entspannung und zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Inmitten der
Enge des wirtschaftlichen Handelns öffnet Kunst, in welcher Form auch immer, neue Wege des eigenen
Denkens und sorgt für eine Erweiterung des geistigen Horizonts. So ist die Nachfrage nach hochwertiger
Kunst im Steigen, die Gelder aber sind knapp. Das Leasen von Kunstwerken kann da ein Ausweg aus
der Diskrepanz zwischen Wollen und Können sein.[...]
In Düsseldorf, schon immer Vorreiter für junge Kunst und deren Vermarktung, wird nicht nur übers
Intenet verkauft, sondem auch verleast. Artic nennt sich die Firma, die in ihrem Konzept Geschäftsleute,
Sammler und junge Künstler zusammenbringt. Die Bilder sind im Internet in erstaunlicher Qualität
sichtbar und können auch ausgedruckt werden, um einen möglichst authentischen Eindruck von dem
Original zu bekommen. Kunstmanager Franz Czaplinski tüftelte ein interessantes Leasingkonzept aus, in
das man ab 1000 Mark einsteigen kann.
Diese Art der Kunstvermittlung liegt so nahe am Puls der Zeit, daß man die Sekunden wie Donnerschläge
hört. Künstler wie Franz Baumgartner,
Thomas Bredenfeld,
Thomas Fischer,
Sandra Hoitz,
Sung-Uck Kang
oder Sven Lütgen sind vertreten.
Die Kunstwerke von Initiator Frank Czaplinski beziehen den Betrachter
auf ganz direkte Weise ein. Organisch anmutende Formen künden von den Elementen unseres Ursprungs,
von Erde, Wasser und Feuer. Auf dem Weg von der rechteckigen Begrenztheit wählt Czaplinski windschiefe
Gemälde, benutzt Äste als Keilrahmen, die sich nach vorn hin durch die Leinwand drücken. Dadurch bekommen
die Bilder objekthafte Züge. Seine Fresko - Gebilde verbinden klassische Fresko - mit Hinterglasmalerei
und treten reliefartig als "Malerei im Raum" hervor.
Die Düsseldorfer Leasing - Web - Site erfreut sich großer Beliebtheit, die Preise sind durchaus akzeptabel.
Garantien gibt´s allerdings keine. Für Monets "Seerosen" gab es die aber auch nicht.
DER STANDARD, Mittwoch, 16. Juni 1999, Seite B3
Sonderthema / Beilage "LEASING"
Autor :Dodo Kresse