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Wer Czaplinski sucht, der findet ihn auf Gut Winkhausen
Knorrig windschiefe Eyecatcher |
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Salzkotten-Winkhausen.
Von der Vorstellung, daß Gemälde grundsätzlich viereckig zu sein haben,
verabschiedet man sich bei der Betrachtung der Werke von Frank Czaplinski sofort.
Im rustikalen Ausstellungsraum des Kulturgutes Winkhausen hängt seit Sonntag eine Auswahl von
Czaplinskis Werken aus zehn Jahren und die passen in ihren zum großen Teil knorrigen Formen und windschiefen
Formaten so gut in den Raum, daß man meint, sie hingen schon immer da. Der Düsseldorfer Künstler
Frank Czaplinski scheint ein Alleskönner zu sein, denn die Winkhausener Ausstellung zeigt
fließende Übergänge zwischen Malerei, Fotoarbeiten, Grafik und Fresken.
"Alles fließt!" das ist schon mal klar, und weil das Thema der Ausstellung von "Suchen und Finden"
handelt, wurden die Besucher mit einer kleinen Performance auf alten Instrumenten auf den Kunstgenuß eingestimmt.
Christa und Friedhelm Linpinsel spielten Improvisationen auf durchaus wohlklingenden Dudelsäcken,
Blockflöten und Baß. Streuen einzelne Motive in den hohen Raum, die sich irgendwann finden und verbinden,
trennen sich und gehen aufeinander zu.
Leasing - Art und ein Panoramabild im Internet
Ulrich Matysik, Freund und Exeget der Werke von Frank Czaplinskis widmete sich in einem ausführlichen
Vortrag den Deutungsmöglichkeiten der so vielseitigen Arbeiten. Von Grenzüberschreitungen ist die Rede,
der Grenze vom Gegenständlichen zum Abstrakten. Gut zu sehen bei dem Bild
Wasserfall aus dem Jahr
1994: An einem Ort, wo die Schichten der Erdkruste überlagern, stürzt das Wasser hinab. Als Gegengewicht
zu tosenden Kraft des Wasser hat Czaplinski einige Äste als Symbole des Wachsens eingearbeitet.
Gleichzeitig wird durch den Eingezu des Astes in rechten Bildhälfte eine Zeitachse symbolisiert, sichtbar,
weil die malerische Gestaltung über die Begrenzung des Bildes hinausgeht.
Trotz der zum Teil archaisch anmutenden Motivwelt ist Frank Czaplinski ein moderner Künstler.
Interessante Leasing - Modelle, akribisch vorgerechnet mit unterschiedlichen Laufzeiten, sollen die
Kaufentscheidungen erleichtern. Von der gesamten Ausstellung ist ein Panoramabild geplant, das demnächst
auf seiner Internet-Homepage abgerufen werden kann. Adresse: www.artic.de
Die Ausstellung läuft bis zum 30. Mai, der Künstler ist allen Wochenenden in Winkhausen.
Ulla Meier, Neue Westfälische, 12.5.1999