Franz Baumgartner
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  Bei Franz Baumgartner ist nicht viel zu sehen. Ganz im Gegenteil. Eine Straße, ein altes Tennisfeld, ein Fußballstadion. Kennen wir.
Tatsächlich?

Am deutlichsten zeigt sich der Mensch in seiner Abwesenheit - dieser Satz steht programmatisch für das Werk von Franz Baumgartner. Bilder wie "Rand" und (Ohne Titel) sind zwar menschenleer, zeigen aber trotzdem - oder gerade deswegen - deutliche Spuren der menschlichen Existenz.

Alltägliche - ja, banale Situationen thematisiert Baumgartner in seinen Gemälden. Seine Werke entstehen - unter Zuhilfenahme von Fotografien - aus der Erinnerung von Szenen und Landschaften. Auch der Betrachter erinnert sich automatisch vor den Bildern von Baumgartner: Ansichten wie "Rein" oder diese Straße ("Cante") sind uns allen so oder ähnlich aus unserem Alltag bekannt und verweisen auf unser kollektives Gedächtnis. Momentaufnahmen erhalten so Ewigkeitscharakter. Hinter dem Alltäglichen liegt das Außergwöhnliche, und Banales birgt Geheimnisse.

Kippt dem Betrachter von "Rein" die Wasserfläche etwa entgegen? Blähen sich einige Streifen in "Regen" nicht sogar auf? Sind die Rasen- und Himmelflächen in "..." (Ohne Titel) tatsächlich das, was sie vorgeben - oder sind sie allein farbige Dreiecksflächen in einer kompositorischen Ordnung? Hat der Asphalt nicht die gleiche Konsistenz wie der Himmel?

 Anja Gerritzen, 1999
 

 
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