Thomas Busch

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  "Das Theater bietet mir Gesichter, die Geschichten spielen; Das Leben spielt mir die Gesichter zu, die Geschichten haben."

Thomas Busch arbeitet als freischaffender Photograph für private Aufträge und deutsche Stadt- und Staatstheater, was dem Betrachter seiner Lichtbilder u.a. einen interessanten Einblick in die Bühnenwelt bietet.

In seinen Portraits von Gregor von Rezzori und Gore Vidal setzt er die Personen in ein stark kontrastiertes Hell-Dunkel. Der Betrachter gewinnt augenblicklich ein persönliches Verhältnis zu dargestellten Person und einen Zugang zur Persönlichkeit des Porträtierten. Die Geisteswissenschaftler Leo Kofler und Wolfgang Harich dagegen lichtet er in vertrauter Umgebung ab.

"Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste." (Goethe)

In seinem neuesten Arbeitszyklus erhält jedes Gesicht den selben Ausschnitt: von einigen Zentimetern über den Augenbrauen, bis knapp unter das Kinn. Dieses Projekt umfaßt z.Zt. 120 Arbeiten, von denen artic eine Auswahl von Triptychen präsentiert.

Thomas Busch stellt den Menschen - ohne Bewertung - in den Vordergrund. Er konzentriert sich auf die immannente "Sprache" der Gesichter. In der programmatischen Begrenzung auf das Wesentliche eines Gesichts schenkt er dem Betrachter eine Projektionsfläche für das eigene Sehen und die Offenheit, die Geschichte des Gegenübers zu (er-)finden.

Unsere eigene Imagination und unser Bewußtsein, daß jedes Gesicht eine Geschichte birgt, geben dem Gegenüber eine Identität. Der Kontakt zu den Dargestellten wird hergestellt, indem uns Augen anblicken, denen wir nicht entfliehen können. Die unmittelbare Nahsicht fordert unsere Neugier heraus - wer ist dieser Mensch, der uns wie ein Spiegelbild entgegen blickt ?

 Anja Gerritzen, 1999
 

 
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