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Frank Czaplinski |
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Frank Czaplinski, geboren 1960 in Gelsenkirchen,
ist examinierter bildender Künstler Seit 1981 ist er durch Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland bekannt geworden. Die in Steinfurt präsentierte Ausstellung zeigt sein malerisches Werk, Ölgemälde und Fresko-Arbeiten, von 1985 bis heute. Sie gibt einen umfassenden Überblick über sein künstlerisches Schaffen. Frank Czaplinski widmet sich in seinen Arbeiten Phänomenen, die außerhalb unserer alltäglichen Wahrnehmung liegen. Man wird auf direkte Weise angesprochen, durch die eigene sinnliche Wahrnehmung den Dingen selbst auf die Spur zu kommen. Organisch anmutende Formen erinnern an die Elemente unseres Ursprungs, an Erde, Wasser und Feuer. In dem 1987 entstandenen Zyklus Erdstrukturen hat sich Frank Czaplinski mit den Strukturen und Schichten der Erde auseinandergesetzt. Um die reine Idee des Schaffens umsetzen und die Leinwand direkt bearbeiten zu können, hat er die Farbe gleich mit den Händen aufgetragen. Dahinter steht die Idee des Künstlers als Schöpfer. Zu dem thematischen Bereich der Erde gehört auch das Erdnest (1989). Das Erdnest hat die Form eines Eis. Das Ei, als Ursprung des Lebens, steht in der keltischen Mythologie, der sich der Künstler verbunden fühlt, in engem Zusammenhang mit der Schlange. Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt ist der vollkommene Kreis, das Schlangenknäuel ist der Punkt an dem alle Energien des Kosmos zusammenlaufen. Und aus dieser Bündelung entsteht das Ei. Das Ölgemälde Geysir (1987) entwickelte sich aus dem Zyklus der Erdstrukturen. Das Wasser, das unterhalb der Erdoberfläche bis zum Sieden erhitzt wurde, schießt plötzlich mit Dampf empor. Es ist nicht nur Quelle des Lebens, sondern reinigt als heilende Kraft Körper und Geist. Frank Czaplinskis Unterwasserbilder, wie die Unterwasserphantasie (1988), machen noch etwas Neues deutlich. Er führt den Betrachter in eine andere Welt, eine, die einem unter Wasser widerfährt, jenseits der uns bekannten Wirklichkeit. Auch der Blick auf stehende und fließende Gewässer ist Thema seiner künstlerischen Arbeit. Er läßt Äste und Baumstämme aus Flüssen und Mooren herausragen. Dieses Motiv wird in dem Werk Ausbruch (1996) auf eindrucksvolle Weise auf die Spitze getrieben. Die Natur im Licht des Herbstes waren Anregung für die Arbeit Laub (1987). Das farbenreiche Spiel der Blätter im Wind hat der Künstler als 'Stilleben' auf der Leinwand festgehalten. Die meisten dieser Arbeiten entstanden später im Atelier, einige hat Frank Czaplinski direkt in der freien Natur gemalt. Wichtig ist nicht, die einzelnen Blätter gemäß der Natur nachzumalen, sondern anhand der Farbakzente eine bestimmte Stimmung, nämlich die Atmosphäre des Waldes, wiederzugeben. In den hängenden oder liegenden Fresko-Objekten greift Frank Czaplinski zwar auf die alte Fresko-Technik zurück, geht aber einen Schritt weiter. Er verwandelt die Wand-Malerei in eine 'Raum-Malerei'. In seinen neuen Arbeiten wird nunmehr das Licht zum wesentlichen Bestandteil des Bildes. Das Licht ist ebenso Ausdrucksträger wie Farbe und Form. Als Relief treten die Bildmotive aus dem Hintergrund heraus und vermitteln eindrucksvoll räumliche Tiefe. Die Glasmalerei oder vielmehr 'Lichtmalerei' ist hier auf harmonische Weise mit der Fresko-Technik verbunden. Die hängenden Arbeiten Feuer I (1998) und Feuer II (1998) thematisieren das Feuer als Element des Ursprungs, als Energie des Geistes. Weg von der rechteckigen Begrenztheit der Leinwand wählt Frank Czaplinski ungewöhnliche Bildformate. In Mana (1994) benutzt er Äste als Keilrahmen, die sich von hinten durch die Leinwand drücken. Diese Technik verleiht dem Bild objekthafte Züge und konzipiert die Idee von Raum auf neue Weise. Frank Czaplinski ist offen in seinen Ambitionen. Sein Werk umfaßt viele künstlerische Techniken. Er gibt sich nicht mit Bestehendem zufrieden. Auf der Suche nach Neuem, Unbekanntem geht er davon aus, daß letztlich alles möglich ist. Simone Schmucker | ||||||||||||||||
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