Thomas Fischer
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  Die Kunst der neunziger Jahre ist geprägt von Auseinandersetzungen zwischen zwei entgegengesetzten Lagern: Positionen, die jenseits des sogenannten Kunstkontextes liegen und sich an den siebziger Jahren orientieren, und andererseits einer Kunst, die sich in radikaler Weise auf die Möglichkeit von Autonomie besinnt und versucht, dieser Errungenschaft der Moderne neue Perspektiven zu eröffnen. Beide Tendenzen definieren sich aus der Opposition zu den achziger Jahren, in denen die bildende Kunst durch ihre Kapitalisierung und Einbindung in die Kulturindustrie sich einer noch nie gekannten gesellschaftlichen Akzeptanz erfreute, gleichzeitig aber auf den Status reiner Warenproduktionen und Unterhaltung abgesunken ist. Beide Richtungen geben sich in diesem Sinne betont reflektiert und kritisch.

Dennoch stehen sie heute einander sowohl in ihrer äußeren Erscheinung als auch in ihrer inneren Einstellung als polare Gegensätze gegenüber. Während sich die eine "Künstlerfraktion" nicht zuletzt unter dem Druck der Political Correctness in ideologiekritische Kontextuntersuchungen und quasi-soziale Serviceleistungen einübt und damit das System "Kunst" in Frage stellt, versucht Thomas Fischer, seine Arbeit in der Konzentration künstlerischer Mittel - wie die Malerei - zu verankern.

Als Ausgangsmaterial seiner Bilder verwendet Thomas Fischer Konsumgegenstände, die mit industriell hergestellten Materialien wie (Bautenlacke Wandfarben und Colorspray's) auf Leinwand, Resopal oder Aluminium sichtbar gemacht werden.

Der eigentliche Entstehungsvorgang dieser Bilder entzieht sich planender Absicht. Die Konfrontation gegenständlicher Zitate der Konsumkultur mit abstrakten Mitteln der Malerei wie Farbe, Form und Fläche, die sich ihrerseits nicht der hierarchischen Struktur der Dinge entziehen können, schafft eine Spannung, die lediglich im intuitiven Malvorgang neu organisiert wird: So entstehen Bilder, die immer auch die verborgene Seite der Dinge beschreiben: ihre "Politik", die Wirklichkeit zu verbergen, zu täuschen, um doch etwas anderes zu sein.

 
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