Die meisten Arbeiten von Sabina Reiß sind auf Holz ausgeführt.
Grundmaterialien ihrer Malerei sind vorwiegend Fundstücke aus
Holz. An einem ausgewählten Ort werden die Hölzer direkt nach
der Natur bearbeitet, meistens im Innern des Waldes. Andere
Hölzer sind kaschiert. Nach der Technik der alten Meister werden
diese Fundstücke mit Gewebe überspannt und in 10 bis 15 Lasuren
mit Kreide Grundiert. Der Kreidegrund dient ihr als Art Mantel
zum Innern des Fundstücks.
In ihren Werken ist zu erkennen, daß ihre Fundstücke keiner Beliebigkeit
unterliegen. Das Brett als Fragment des Baumes wird bewußt
erfahrbar. Im architektonischen Raum entfalten die Arbeiten von
Sabina Reiß ihre Eigenheit.
Aus der Spannung zwischen Material und Malerei entwickelt Sabina Reiss ihre
künstlerische Sprachform: Form und Farbe werden zur beseelten
Einheit. Der dem Holz eigene Charakter verbindet sich mit der
Darstellung des ausgewählten Ortes. Der Betrachter gewinnt so
den gut wahrnehmbaren Eindruck, daß die Werke durch die Hand der
Künstlerin eine eigene Historie erzählen.