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Wüsten-Szenen und die Sprache der Waffen Joachim Stallecker arbeitete in Israels Künstlerdorf En Hod Von MICHAEL-GEORG MüLLER |
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| Kann man in der Wüste malen ? Wenn die Sonne brennt und Sandstürme wirbeln ? Anders als seine Künstlerkollegen, die eher im Atelier-Gemäuer ihre Kreativität entfalten, befügelten Joachim Stallecker die Wüsten Israels zu unwirklich schwebenden Aquarellen. Ja, von Weitem gleichen sie Luftspiegelungen. "Fata Morgana" nennt der 35jahrige Hüppi-Meisterschüler den originellen Zyklus, der 1996 während eines Studienaufenthalts in En Hod entstand. | ||
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Eine Woche lang stellt er die 70 Arbeiten nun im Salzmannbau, Himmelgeisterstraße 107,
aus. 90 Tage weilte er im Rahmen des städtischen Kulturaustauschs im Gelobten Land.
Wasserfarben; Pinsel und Papier - mit leichtem Gepäck zog der gebürtige, Schwabe,
der seinen Dialekt nicht verbergen kann, in die Negew-Wüste und
wanderte in das südlich von Haifa gelegene Karmelgebirge.
Vor Ort bannte er mit Humor und Ironie Alltags-Szenen von Oasen, Satellitenstädten und Kultmonumenten. Würfelspielende Männer, Soldaten bei einer Pause vor ihrem Jeep, grünlich dampfende Gesundbäder, Blondinen auf Geldscheinen etc. Trotz der Leichtigkeit wittert man unter den weichen Pastelltönen eine geheimnisvolle Unruhe. Die Gefahr, so Stallecker, ist in Israel allgegenwärtig, die Bedrohung existenziell. Dennoch: Die Menschen - da könne der deutsche Wohlstandsbürger von Israelis lernen - bleiben gelassen, bewahren Optimismus, trösten sich mit Spott. |
Auf Letzteres verweisen auch die skurrilen Ton-Objekte, die Stallecker
auf Sockeln installiert. Aus Keramik töpferte er drei Revolver: In
ihnen spiegeln sich die drei Weltreligionen; die in Israel
aufeinanderprallen: Moslems, Christen und Juden - alle sind bewaffnet.
Und den Heiligen Geist versteckte der schwarzhumorige Stallecker in einer Handgranate.
Beim Rückflug nach Deutschland gab es damit jedoch Probleme: "Pistols in your suitcase!" regten sich die breitschultrigen Sicherheitsbeamten |
beim Durchleuchten seines
Handgepäcks auf." Nach Auspacken der 'heißen Ware', die nur im Kofferdeck
transportiert werden durfte, und Vorzeigen des Begleitschreibens,
startete die Maschine mit 60 Minuten Verspätung.
Stallecker freut sich auf seine nächste Kunstreise, 1999 nach Israel.
Der signierte Katalog kostet 15 Mark. Besuch der Schau nach Voranmeldung unter 55 905 73 |
70 Aquarelle sind die künstlerische Ausbeute die Joachim Stallecker aus En Hod
mitbrachte und derzeit auf der HimmelgeisterstraBe 107 ausstellt. | ||
aus: NRZ 1997 (N 151/04)
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