Liebe zum Leben in der Wüste
unten

Der Düsseldorfer Künstler Joachim Stallecker hat die Erlebnisse auf seiner mehrwöchigen Namibia Reise in Bildern und Texten verarbeitet. Selbst kreierte Wörter wie "Drunkwinkel" sollen auf den Betrachter wirken, bei "Steaktours" droht der Mensch zum schmackhaften Steak für den Löwen zu werden.

Bei den Aquarellen dominieren erdige, rotstichige Tone, die recht abstrakten Landschaften werden von sehr exakt gezeichneten Tieren belebt. Übrigens: Das "Reisebuch" erscheint, herausgegeben vom KulturForum, in einer Auflage von 1000 Stück


Von Rudolf Barnholt
Neersen. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er bekanntlich was erzählen. Der in Düsseldorf lebende Künstler Joachim Stallecker war zwei Monate lang in Namibia - seine Eindrucke hat er in Texten und Aquarellen festgehalten. Sie sind heute ab 19 Uhr im Neersener KulturForum von Dr. Wolfgang Boochs zu sehen bzw. zu hören. Die Ausstellung ist bis zum 6. Juni geöffnet.

Für Joachim Stallecker lebt die Wüste, und er liebt sie. Nachdem er sie bereits in Indien und Israel kennengelernt hatte, stand Ende 1998 Namibia auf dem Programm.

Wie ein Forschungsreisender, der zeichnet und schreibt, hatte er sich mit seiner neuer Umgebung auf Zeit gründlich auseinandergesetzt. Ganz bewußt wollte er nicht historisierend wirken, nichts abbilden, statt dessen seinen persönlichen Eindruck widerspiegeln.

Wer Joachim Stallecker kennt - er hatte ja bereits im KulturForum ausgestellt -, weiß, daß alles mit einer Portion Humor gewürzt ist. Sanft wie die lyrische Sprache sind überwiegend die Farben der Aquarelle, häufig im Panorama-Format. Die "Windhuk Bierbank" bringt auf einer Fantasie-Geldnote einen weißen Mann und eine (barbusige) schwarze Frau zusammen, dreieckige Fantasie-Briefmarken erzählen ebenfalls in komprimierter Form und mit einem Schuß Sarkasmus Geschichten.

 
Was jetzt in Neersen zu sehen ist, war bereits Mitte Dezember in der Woermannhaus-Galerie in Swakopomund ausgestellt worden. Unter dem Titel "Dada Afrikanikum" präsentiert der 1961 in Esslingen geborene Künstler seine persönlichen Eindrücke, die alles andere sind als fotorealistische Wiedergaben. Auch die Texte sind keine nüchternen Reisebeschreibungen, sondern philosophisch verbrämte poetische Fragmente.

Stallecker, der von 1983 bis 1989 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und Meisterschuler bei Professor Hüppi war, ist von seinem "Arbeitsurlaub" offenbar nachhaltig inspiriert worden.

Joachim Stallecker hat zwei Monate in Namibia verbracht. Seine Eindrücke hat er in doppelter Hinsicht zu Papier gebracht - in Form von Aquarellen und von Texten. Nun stellt er Wort und Bild im Willicher KulturForum aus.
Foto: Wolfgang Kaiser

 

aus: RP 1999  

 

Homepage zurück artothek Künstler Impressum   oben
© 1998 - 2000   artic artic@artic.de